Gleichstellung in den Fakultäten

Kaskadenmodell

Einer von mehreren möglichen Indikatoren, anhand derer der Erfolg von Gleichstellungspolitik und Gleichstellungsmaßnahmen ersichtlich wird, sind die Anteile von Frauen und Männern in den Qualifizierungsabschnitten im Verlauf einer akademischen Karriere. Dabei kann laut den Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Deutschen Forschungsgemeinschaft das so genannte "Kaskadenmodell" angelegt werden. Auch für die Gleichstellungsarbeit in den Fakultäten werden Berechnungen und Zielvorgaben nach dem Kaskadenmodell zugrunde gelegt. Danach ergeben sich die Ziele für den Frauenanteil einer jeden wissenschaftlichen Karrierestufe durch den Anteil der Frauen auf der direkt darunter liegenden Qualifizierungsstufe.

Dies bedeutet, dass der absolute Anteil von Frauen auf einer Karrierestufe daran gemessen wird, inwieweit er, relativ zum Anteil von Frauen auf der jeweils vorhergehenden Karrierestufe, abfällt, gleich bleibt oder ansteigt. Diesem Modell liegt die Logik zu Grunde, dass z. B. in einem Fach, in dem nur 20 Prozent der Studierenden Frauen sind, nicht davon ausgegangen werden kann, dass bei Promovierten bereits Geschlechterparität erreicht ist.

Im Sinne einer nachhaltigen Gleichstellungsstrategie gilt es also, diejenigen Fächer und Qualifizierungsabschnitte zu identifizieren, in denen das Absinken des Frauenanteils von einer Karrierestufe zur nächsten besonders stark ausfällt, oder weniger als 50 Prozent Frauen ein Studium beginnen, und dagegen geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Der umgekehrte Fall, dass die Frauenanteile von einer zur nächsten Karrierestufe ansteigen, kommt so gut wie nicht vor.

Die regelmäßige Veröffentlichung der entsprechenden Zahlen sorgt für Transparenz, lässt Gleichstellungserfolge sichtbar werden, und ermöglicht es, die Frauenanteile auf den einzelnen Karrierestufen im Kontext der gesamten Fakultät zu sehen. Untenstehend finden Sie für jede Fakultät ein Scherendiagramm, das die Frauenanteile im akademischen Karriereverlauf abbildet.

 

Gleichstellungspläne

die Gleichstellungspläne aller Fakultäten werden alle drei Jahre aktualisiert. Der Gleichstellungsplan einer Fakultät (oder Einrichtung) stellt den institutionellen Rahmen für ihre Gleichstellungsbemühungen.

 Gleichstellungspläne der Fakultäten

Die zentrale Kommission zur Gleichstellung von Frauen und Männern (FGK) evaluiert die Gleichstellungspläne der Fakultäten. Wie im Gleichstellungsrahmenplan beschlossen, wird eine solche Evaluation jeweils nach der Hälfte der dreijährigen Laufzeit der Pläne durchgeführt, um bereits erfolgreiche Maßnahmen zu verstetigen und bei sich abzeichnenden Misserfolgen frühzeitig gegensteuern zu können.

Aktuelles

Ausschreibung Bielefelder Gleichstellungspreis 2018

Das Rektorat der Universität Bielefeld schreibt dieses Jahr erneut den Bielefelder Gleichstellungspreis in der Kategorie Genderforschung/ Genderthemen in Qualifikationsarbeiten aus. Weitere Informationen sind hier einsehbar. Hintergründe zum Bielefelder Gleichstellungspreis finden Sie hier.

Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Physik

Beginnend mit dem Sommersemester 2018 übernimmt für eine Jahr Prof. Dr. Uta Klement  von der Chalmers University of Technology in Göteborg die Gender-Gastprofessur an der Fakultät für Physik. Weitere Informationen zu Inhalten und Terminen finden Sie hier.

Dokumentation der Konferenz "GENDER 2020" online

Zur Konferenz "Gender 2020 - Kulturwandel in der Wissenschaft steuern" kamen Anfang 2017 Hochschulleitungen, Spitzen aus Wissenschaftsorganisationen und Politik, Gleichstellungsakteur*innen sowie Geschlechterforscher*innen an der Universität Bielefeld auf Einladung der BuKoF zusammen, um über einen dringend notwendigen geschlechtergerechten Kulturwandel in der Hochschule und Wissenschaft zu diskutieren. Wir freuen uns sehr, nun eine Broschüre und einen Film zur Konferenz als Ergebnis dieses fruchtbaren Zusammentreffens präsentieren zu dürfen.

Die dort gehaltene Keynote von Prof. Dr. Londa Schiebinger, John L. Hinds Professor of History of Science, Stanford University zu "Gendered Innovations in Science, Health & Medicine, Engineering and Environment" traf auf großes Interesse an der Universität Bielefeld, welche sich aktuell im Aufbau einer medizinischen Fakultät befindet.