Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild

Sie sind hier :   Universität Bielefeld > LiLi-Fakultät > Personen > D. Milne–Plückebaum

Seminarbeschreibung

Wir sprechen von virtueller Realität. Aber ist das, was wir beim Tragen einer VR-Brille erleben, wirklich real? Oder ist es nur imaginär und illusorisch? Das sind spannende metaphysische Fragen -- um die es uns im Seminar jedoch nicht in erster Linie gehen wird. Stattdessen werden uns folgende Fragen beschäftigen: Falls es sich bei einer virtuellen Realität tatsächlich um eine Form der Realität handelt, was bedeutet das für unser Sprechen und Denken innerhalb einer solchen? Andererseits, falls virtuelle Realitäten nicht real sind, ändert das auch unseren sprachlichen und gedanklichen Zugang zu ihnen? 

Nehmen wir z.B. Eigennamen. Wir wollen annehmen, dass sich Eigennamen in der (nicht-virtuellen) Realität einfach so auf Individuen beziehen. Dann können wir fragen: Beziehen sich Eigennamen auch in einer virtuellen Realität einfach so auf (virtuelle) Individuen? Oder funktioniert der Mechanismus der Bezugnahme durch Eigennamen innerhalb einer virtuellen Realität grundsätzlich anders als in der nicht-virtuellen Realität? Und macht für diesen Mechanismus überhaupt einen Unterschied, ob eine virtuelle Realität real ist oder nicht? 

Solchen und weiteren Fragen werden wir uns nähern, indem wir (hauptsächlich englischsprachige) Texte intensiv lesen und diskutieren. Da es sich primär um Texte zu allgemeineren Fragen aus den Bereichen (philosophische) Semantik, Metaphysik und Linguistik handelt, werden wir aber auch viel Nachdenken müssen, um die darin gegebenen Antworten auf unsere Fragen anwenden zu können. Wir werden also gemeinsam eine forschende Einstellung einnehmen. Das bedeutet allerdings, wie für jede Forschung, dass unsere Anstrengungen hier und da durchaus ins Leere laufen können. Das Seminar setzt also nicht nur Durchhaltevermögen, sondern auch eine gewisse Frustrationstoleranz voraus.