ZiF-Arbeitsgemeinschaft

Die Rolle und Legitimität von Gerichtsassistenten in den europäischen Rechtssystemen

Termin: 27. - 28. August 2019
Leitung: Anne Sanders (Bielefeld, GER), Nina Holvast (Rotterdam, NED)

Richter üben mit der Entscheidung von Fällen erhebliche staatliche Macht aus. In einem demokratischen Rechtsstaat werden Richter durch bestimmte Auswahl- und Ernennungsprozesse zur Ausübung dieser Macht legitimiert. Solche Auswahl- und Ernennungsprozesse gehen davon aus, dass es der Richter selbst und nicht eine andere Person ist, die Fälle entscheidet. Dies rückt das Problem der Zulässigkeit von Arbeitsteilung im richterlichen Entscheidungsprozess in den Blick. Law Clerks, réferendaires und wissenschaftliche Mitarbeiter unterstützen Richter bei ihrer Arbeit, ohne selbst Richter (jedenfalls an diesem Gericht) zu sein. Wie die Vielfalt der Namen bereits zeigt, gibt es sie in verschiedenen Rechtssystemen und Gerichten. Sie arbeiten an obersten und Verfassungsgerichten und in der ersten Instanz. Ihre Arbeit reicht von der Diskussion mit den Richtern über Recherche- und Verwaltungsarbeiten bis zur Erstellung von Entscheidungsentwürfen. Dies wirft einige Fragen auf, die alle Teilnehmer des Workshops – Juristen, Soziologen und Politologen – mit empirischen Methoden in sieben verschiedenen Rechtsordnungen untersuchen: Welchen Einfluss haben die Mitarbeiter auf die Entscheidungsfindung der Gerichte? Wie kann durch den Einsatz von Mitarbeitern die Effizienz und Qualität der Arbeit von Gerichten verbessert werden? Arbeitsteilung ist in unserer Welt normal, aber wie viel müssen Richter 'selber' machen, damit die Legitimation ihrer Entscheidungen keinen Schaden nimmt?

Organisatorische Fragen beantwortet Marina Hoffmann im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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