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Vielfalt der Behinderungen

Sie befinden sich auf dem Portal für Menschen mit Behinderung und/ oder chronischer Erkrankung. Aber wann gelten Sie als behindert oder chronisch krank? Auch die Antwort auf diese Frage ist in §2 SGB IX gesetzlich geregelt. Als behindert gilt, wer voraussichtlich länger als 6 Monate aufgrund einer seelischen, geistigen, körperlichen oder Sinnesbeeinträchtigung, nicht gleichberechtigt am Leben teilhaben kann.

Es wird aber neben der Behinderung noch zwischen Beeinträchtigung, Gleichstellung und Schwerbehinderung unterschieden:

Von einer Beeinträchtigung spricht man, wenn der Gesundheitszustand von dem des Alter üblichen Zustandes abweicht. Eine Gleichstellung kann beantragt werden, wenn der amtlich festgestellte Grad der Behinderung (GdB) mindestens 30 aber keine 50 beträgt und die betroffene Person Gefahr läuft, aufgrund ihrer Behinderung, keinen Arbeitsplatz zu bekommen, oder den vorhandenen Arbeitsplatz zu verlieren. Schwerbehinderte Menschen haben einen amtlich festgestellten GdB von mindestens 50.

Geistige Behinderung
Von einer geistigen Behinderung spricht man, wenn die sogenannten kognitiven Fähigkeiten (denken, erinnern, konzentrieren, Motivation, wahrnehmen) überdurchschnittlich stark eingeschränkt sind. Sie wird in 4 Grade, leicht, mittel, schwer und schwerst eingeteit. Die Einteilung erfolgt nach der Höhe des Intelligenzquotienten (IQ). Die bekannteste geistige Behinderung ist Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt. Das Down-Syndrom selbst ist aber keine Krankheit, sondern eine Besonderheit der Gene und eine Kombination aus geistigen und körperlichen Behinderungen.
Hörbehinderung
Auch bei einer Hörbehinderung gibt es Unterschiede: Es wird nach Schwerhörigkeit, der Hörverlust liegt bei etwa 50 dB, Resthörigkeit, der Hörverlust liegt zwischen 90 und 120 dB und Gehörlosigkeit, Hörverlust über 120 dB, unterschieden.
Mobilitätsbehinderung
Unter Mobilitätsbeeinträchtigungen versteht man alle Einschränkungen, die die Bewegungsfähigkeit des Körpers betreffen. Hierzu zählt also nicht nur der sichtbare Rollstuhl, sondern zum Beispiel auch eine Bewegungseinschränkung des Armes, Beines etc.
Psychische Behinderung
Hier kann man auch von einer psychischen Erkrankung sprechen, die die betroffene Person im Denken, Fühlen und Handeln einschränkt. Es gibt eine Vielzahl von psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Beispiele hierfür sind unter anderem Depressionen oder Essstörungen.
Seelische Behinderung
Zu seelischen Behinderungen zählen z.B. Suchterkrankungen. Sucht bedeutet Abhängigkeit was wiederum darauf schließen lässt, dass etwas nicht mehr freiwillig getan wird, sondern, weil die abhängige Person den Druck verspürt, es tun zu müssen.
Sehbehinderung
Eine Sehbehinderung wird in 4 Stufen eingeteilt. Bei einer Sehkraft von 30% spricht man von einer Sehbehinderung. Als wesentlich sehbehindert gilt, wer weniger als 10% und als hochgradig sehbehindert, wer weniger als 5% Sehkraft hat. Bei weniger als 2% spricht man von Blindheit.
Sprechbeeinträchtigung
Zu einer Sprechbeeinträchtigung werden zum Beispiel das Stottern, oder das Lispeln gezählt. Vom Stottern spricht man, wenn Buchstaben mehrfach einzeln ausgesprochen werden, bevor das komplette Wort ausgesprochen werden kann. Beispiel: Ha-Ha-Ha- Hallo. Das Lispeln wiederum bezeichnet eine fehlerhafte Bildung von S-Lauten überwiegend bei Kindern.
Teilleistungsstörung
Eine Teilleistungsstörung liegt vor, wenn man wie der Name schon sagt in bestimmten Fähigkeiten (Teilen) Defizite aufweist. Diese Störung hat nichts mit verminderter Intelligenz, oder gar Faulheit zutun. Auch Kinder können bis ins Erwachsenenalter Probleme mit dem Lesen, Schreiben, oder Rechnen haben. Auch eine Kombination, die Lese-Rechtschreibschwäche ist möglich.