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    Arbeitsbereich III - Sport und Gesellschaft

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Projektlaufzeit:

10/2024 – 09/2027

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Die Gender Leadership Gap in Sportverbänden: Situationsanalyse, Signal- und Vorbildwirkungen

Herzlich Willkommen auf der Projektwebseite des Forschungsprojektes „Die Gender Leadership Gap in Sportverbänden: Situationsanalyse, Signal- und Vorbildwirkungen“

Das Projekt wird von Prof. Dr. Pamela Wicker und Dr. Lara Lesch durchgeführt. Das vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) finanzierte Vorhaben hat eine Laufzeit von drei Jahren (01.10.2024 – 30.09.2027). Im Projekt werden Entwicklungstendenzen der (Unter)Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen in deutschen Sportverbänden sowie deren mögliche Ursachen untersucht. Außerdem wird eruiert, inwiefern sich Sportverbände der Signalwirkung der (Unter)Repräsentanz von weiblichen Führungskräften bewusst sind und welche Rolle diese Situation bzw. Frauen als Vorbilder für Athlet*innen in Hinblick auf deren nachsportliche Karriereplanung spielt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt und zum Projektteam.

Bei Fragen zum Projekt können Sie uns gerne kontaktieren. 

Projektleitung

Projektinformation

Das Forschungsprojekt „Die Gender Leadership Gap in Sportverbänden: Situationsanalyse, Signal- und Vorbildwirkungen“ untersucht die geschlechtsbezogene Zusammensetzung von Führungsgremien deutscher Sportverbände. Da mangelnde Diversität ein komplexes Problem sein kann, werden unter dem Aspekt der Intersektionalität auch weitere Diversitätsdimensionen (Alter, Migrationshintergrund) einbezogen. 

Neben einer Situationsanalyse ermöglicht die Erstellung eines Längsschnitts (Kombination von Daten zu Führungsgremien aus 2021 und 2025), Entwicklungstendenzen und Ursachen für unterschiedliche Entwicklungen (Anstieg, Stagnation auf geringem Niveau, Stagnation auf höherem Niveau, Verringerung) zu analysieren. Zudem wird untersucht, inwieweit sich Verantwortliche der betrachteten Sportverbände über die Signale bewusst sind, welche die Repräsentanz von (jungen) Frauen mit und ohne Migrationshintergrund an Athlet*innen der jeweilig vertretenen Sportart senden. Ein Perspektivwechsel hin zu den Athlet*innen ermöglicht es außerdem, die Wahrnehmung von Frauen in Vorständen der Sportverbände als mögliche Vorbilder und deren Einfluss auf die eigene Planung der nachsportlichen Karriere zu betrachten. 

Frauen sind in Führungspositionen in Sportverbänden unterrepräsentiert. Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Frauenanteil im Vorstand der nationalen Fachverbände bei 17,5%, für Landessportbünde bei 25,2% (Wicker, 2019). Verglichen mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 20% in nationalen Fachverbänden und Landesverbänden im Jahr 2021 (Lesch et al., 2023) zeigen sich bis dato kaum Veränderungen. Dabei weisen divers besetzte Sportvorstände eine bessere Leistungsfähigkeit in Form von höherer Effektivität (Lee & Cunningham, 2019), geringerer finanzieller und humanressourcenbezogener Probleme (Wicker et al., 2022) und einer verbesserten Entscheidungsfindung (Lesch et al., 2024) auf. Auch aus ethisch-moralischer Sicht ist die Unterrepräsentanz von Frauen in Sportvorständen nicht wünschenswert, denn etwa 40% der Mitglieder im organisierten Sport sind weiblich (DOSB, 2024). 

Die Zusammensetzung von Führungsgremien sendet Signale an Beobachter*innen, sowohl außerhalb als auch innerhalb einer Organisation (Connelly et al., 2011). So kann Geschlechterdiversität in Sportorganisationen signalisieren, dass die Organisation Diversität wünscht und schätzt (Cunningham & Melton, 2014), sich gesellschaftlicher Veränderungen bewusst ist und den Willen zur Veränderung und Innovation (Sotiriadou & De Haan, 2019) hat. Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen könnte abschreckend auf potentielle zukünftige Führungskräfte wirken, denn Sportverbände mit einem solchen Vorstand könnten signalisieren, dass Frauen wenig oder keine Chance auf Führungspositionen haben. Davon sind insbesondere Athletinnen betroffen, denen eine „Karriere nach der Karriere“ im Sportverband oft als Zukunftsabsicherung dient. Sportorganisationen mit einem höheren Anteil weiblicher Führungskräfte haben geringere geschlechtsbezogene Eintrittsbarrieren (Spoor & Hoye, 2014), was durch die Vorbildfunktion inspirierend auf Athletinnen wirken könnte. Die bestehende Unterrepräsentanz lässt jedoch vermuten, dass Sportverbände sich dieser Signalwirkungen möglicherweise nicht bewusst sind, oder diese als irrelevant erachten könnten.

Das vorliegende Forschungsprojekt kann mithilfe eines Längsschnitt-Datensatzes Ursachen und Gründe für die Entwicklungen ermitteln und einen über eine Situationsbeschreibung hinausgehenden Beitrag leisten. Des Weiteren kann das bisherige Forschungsfeld mit der Untersuchung des Bewusstseins von Verantwortlichen in Sportverbänden über positive und negative Signalwirkungen sowie potenzielle Vorbildfunktionen von weiblichen Führungspersonen auf Athlet*innen erweitert werden.

Das Forschungsprojekt untergliedert sich in zwei Forschungsstränge. Erstens wird die Repräsentanz von Frauen in den Führungsgremien der deutschen Sportverbände erfasst und ein bestehender Datensatz aus dem Jahr 2021 fortgeschrieben. Darauf aufbauend werden Ursachen und Gründe für die Entwicklung der Repräsentanz weiblicher Führungskräfte im Verbandsvorstand eruiert. Zweitens wird die Signalwirkung der Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen beleuchtet. Das umfasst insbesondere, inwieweit sich Sportverbände dieser Signalwirkung bewusst sind und wie Athlet*innen die gesendeten Signale hinsichtlich ihrer eigenen nachsportlichen Karriereplanung wahrnehmen.

Diese Ziele lassen sich in den folgenden Forschungsfragen abbilden:

  1. Wie hat sich die Repräsentanz von Frauen in den Vorständen der deutschen Sportverbände seit 2021 entwickelt?
  2. Welche Ursachen können für verschiedene Entwicklungen identifiziert werden?
  3. Inwieweit sind sich Sportverbände über die Signale bewusst, welche die Repräsentanz von (jungen) Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in ihren Vorständen an weibliche und männliche Athlet*innen sendet?
  4. Inwiefern nehmen weibliche und männliche Athlet*innen Frauen in Vorständen von Sportverbänden als Vorbilder wahr und inwieweit beeinflusst diese Wahrnehmung ihre eigenen Planungen im Hinblick auf eine nachsportliche Karriere im Sportverband?

Arbeitspakete 

Das Forschungsprojekt ist in vier Arbeitspakete gegliedert. 

 

Übersicht über die Arbeitspakete

 

Arbeitspaket 1: Der aus dem Jahr 2021 bestehende Datensatz (Lesch et al., 2023) wird zu einem Längsschnitt-Datensatz erweitert, indem die gleichen Daten erneut erhoben werden. Auf Grundlage der Webseiten 930 deutscher Sportverbände werden die Zusammensetzungen der Führungsgremien ermittelt. Darüber hinaus werden Mitgliedschaftszahlen basierend auf den Bestandserhebungen der Landessportbünde sowie länderspezifische politische, ökonomische und soziale Faktoren ergänzt. 
 

Arbeitspaket 2: Aufbauend auf der quantitativen Erhebung folgen qualitative, leitfadengestützte Interviews mit ausgewählten Vorstandsmitgliedern. Es werden jeweils zwei Vertreter*innen, nach Möglichkeit jeweils ein Mann und eine Frau, von insgesamt acht verschiedenen Sportverbänden interviewt, sodass letztendlich 16 Interviews angedacht sind. Die Sportverbände werden dabei so ausgewählt, dass sie die verschiedenen Entwicklungstendenzen (Anstieg, Stagnation auf geringem Niveau, Stagnation auf höherem Niveau, Verringerung) repräsentieren.

 

Übersicht der Auswahl der Interviewpartner*innen

 

Arbeitspaket 3: Aktive sowie ehemalige männliche und weibliche Athlet*innen werden in einer quantitativen Online-Befragung zu ihrer Wahrnehmung bezüglich der Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen befragt, um mögliche Vorbildfunktionen sowie Auswirkungen auf die persönliche Karriereplanung untersuchen zu können. 
 

Arbeitspaket 4: In einem letzten Schritt werden die gewonnenen Erkenntnisse in einem Workshop an interessierte Führungskräfte deutscher Sportverbände vermittelt. Außerdem ermöglicht das Event Interaktionen und Austausch zwischen Verbandsvertreter*innen und Athlet*innen. Überdies sollen im Workshop konkrete Maßnahmen und praktische Lösungsansätze erarbeitet werden.

Bei weiteren Fragen zum Projekt können Sie uns gerne kontaktieren.

  • Profilbild von Prof. Dr. Pamela Wicker

    Administrative und wissenschaftliche Projektleitung:

    Prof. Dr. Pamela Wicker 
    Universität Bielefeld
    Abteilung Sportwissenschaft
    Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft
    Universitätsstr. 25
    33615 Bielefeld, Deutschland
    Telefon: +49-521-106-12994
    E-Mail: pamela.wicker@uni-bielefeld.de

  • Profilbild Dr. Lara Lesch

    Wissenschaftliche Projektleitung und Projektmanagement: 

    Dr. Lara Lesch
    Universität Bielefeld
    Abteilung Sportwissenschaft
    Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft
    Universitätsstr. 25
    33615 Bielefeld, Deutschland
    Telefon: +49-521-106-67355
    E-Mail: lara.lesch@uni-bielefeld.de

  • Profilbild Christian Zierke

    Projektmitarbeit: 
     

    Christian Zierke 
    Universität Bielefeld
    Abteilung Sportwissenschaft
    Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft
    Universitätsstr. 25
    33615 Bielefeld, Deutschland
    Telefon: +49-521-106-2007
    E-Mail: christian.zierke@uni-bielefeld.de

Ergebnisse und Downloads

Hier stellen wir Ergebnisse des Projekts zum Download zur Verfügung.

 

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