Vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl sehr ausdifferenzierter Studiengänge und unzähligen möglichen Fächerkombinationen fällt die Orientierung innerhalb der Hochschullandschaft nicht immer leicht. Auch das Ankommen an der Universität sowie der Einstieg in das gewählte Fach können von Fragen begleitet sein.
Mit Angeboten an diesen Übergängen setzte das Projekt „Beratung und Orientierung“ an: In einem niedrigschwelligen und passgenauen Beratungsangebot direkt in den Fakultäten und Abteilungen können Studieninteressierte und Studierende ihre Fragen zum Studium klären.
Die erfahrenen Studienfachberater*innen im Teilprojekt „Beratung und Orientierung“ ergänzten die studentischen und akademischen Beratungsangebote der Fakultäten und kooperierten nicht nur mit diesen sondern auch mit zentralen Service-Einrichtungen wie z.B. der Zentralen Studienberatung. Sie unterstützten, dass
Die Koordination des Teilprojektes förderte zudem die fakultätsübergreifende Vernetzung und Professionalisierung des Beratungsangebots an der Universität Bielefeld und war in der Zentralen Studienberatung verortet.
In mittlerweile acht Fakultäten (Biologie, Erziehungswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Gesundheitswissenschaften, Mathematik, Psychologie, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften) mit 10 B+O Studienfachberater*innen wurde das etablierte Angebot sehr gut angenommen. Der Erfolg des Teilprojektes zeigte sich unter anderem in den Kennzahlen, die jedes Jahr erhoben werden. Für das Jahr 2018 ergaben sich die folgenden (gerundeten) Kennzahlen:
Eine Besonderheit des Teilprojektes Beratung und Orientierung war die fakultätsspezifische Herangehensweise an das Thema Studienfachberatung. In Anbetracht unterschiedlicher Bedarfe in den Fakultäten haben die Studienfachberater*innen passgenaue Konzepte und Materialien für ihr jeweiliges Fach erstellt. Nachfolgend finden sich Beispiele für diese Arbeiten:
Das Bild über das Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Rechtswissenschaft ist mit vielen Stereotypen verbunden (z.B. Manager, Staranwalt, Investmentbanker). Diese Stereotypen spiegeln jedoch nicht die Inhalte des Studiums wieder, vielmehr können sie dazu führen, dass Studieninteressierte eine Studienwahl vornehmen, die nicht deren tatsächlichen Vorstellungen entspricht. Die Schüler*innenvorträge der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sowie Rechtswissenschaft greifen diese Stereotypen auf und vermitteln einen ersten Eindruck von den Studiengängen. Der Fokus der Schüler*innenvorträge liegt darauf, ein realistisches Bild von den Studiengängen zur vermitteln, Erwartungen zu diskutieren und Berufsperspektiven aufzuzeigen. Die Schüler*innen erhalten die Möglichkeit Fragen rund um das Studium zu stellen. Eine Führung durch die Universität vermittelt erste Einblicke in den Uni-Alltag und rundet das Angebot ab. Auf diese Weise unterstützt die Schüler*innenveranstaltung Schüler*innen bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Studiengangswahl.
Das Studium der Rechtswissenschaft stellt für viele Studienanfänger ein nur schwer begreifbares Studienfach dar. Ursache ist mit Sicherheit auch, dass es in der Schule kein vergleichbares Fach gibt, das die Studieninhalte auch nur ansatzweise abbilden kann. Neben der Inhalte als "große Unbekannte", die vornehmlich die Frage "Warum Jura?" betrifft, wird zuvorderst auch die Frage "Wo Jura?" ganz relevant. Der Kennenlerntag, der von der von dem "richtig einsteigen."-Team der rechtswissenschaftlichen Fakultät ins Leben gerufen worden ist, soll Studieninteressierte spezifisch über den Studienstandort Bielefeld informieren - vor allem wenn sie mehrere Zulassungsangebote erhalten haben und noch in der Entscheidungsphase für einen konkreten Studienort sind. Neben den universell geltenden Inhalten, die ein Jurastudium betreffen (was vornehmlich Studienablauf und staatliche Prüfung betrifft), wird die Vielzahl an zusätzlichen Angeboten dieses Studiums an der Universität Bielefeld hervorgehoben (wie die internationalen Qualifizierungsangebote, wie auch die Lehre vor Ort mit Tutorials im gesamten Grundstudium), als auch das Leben in der ostwestfälischen Metropole Bielefeld vorgestellt. Ziel des Kennenlerntages ist es somit, den Studieninteressierten eine gute Entscheidungsgrundlage für den Studienort Bielefeld zu vermitteln.
Für die Abteilung für Psychologie hat das Teilprojekt B+O den "Studienplaner - Psychologie" erstellt. Dies ist eine 58 seitige Broschüre, die den Studienanfänger*innen die wichtigsten Informationen zum Studieneinstieg auf einen Blick mitgibt. Der Studienplaner beinhaltet:
Er wird an die Studierenden im Rahmen der Einführungsveranstaltungen der Abteilung für Psychologie ausgeteilt. Bei den Studierenden ist der "Studienplaner - Psychologie" bisher auf sehr große Zustimmung gestoßen. Seit 2019 werden auch die studentischen Studienberater*innen in die Erstellung des "Studienplaners - Psychologie" eingebunden.
Die Kombi-Bachelor-Studiengänge der Erziehungswissenschaft bzw. der Bildungswissenschaften setzen sich sowohl aus Pflicht- als auch aus Wahlpflichtveranstaltungen, teilweise der Individuellen Ergänzung und je nach Studiengang, aus bis zu drei weiteren Fächern zusammen.
Daher wurden in der Studienberatung der Erziehungswissenschaft (BIE), in der das Teilprojekt „Beratung und Orientierung“ verankert ist, sogenannte Planungshilfen entwickelt. Diese dienen dazu, den Studierenden eine Orientierungshilfe und Unterstützung bei der Planung ihres Studiums der Erziehungswissenschaft bzw. Bildungswissenschaften zu geben. Die Planungshilfen werden auf Basis der fächerspezifischen Bestimmungen erstellt und regelmäßig aktualisiert. Die Planungshilfen können über die Homepage des BIE über die entsprechenden Studiengänge heruntergeladen werden. Hier kann als Beispiel die Planungshilfe des Kernfachs Erziehungswissenschaft eingesehen werden.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Teilprojektes Beratung und Orientierung war es, die Studienfachberater*innen untereinander zu vernetzen, um Synergieeffekte und der Intervision zu schaffen. Gleichzeitig stellte die zentrale Koordination des Projektes Materialien zur Verfügung, die der Professionalisierung und somit Qualitätssicherung in der Studienfachberatung zugutekamen.
Die B+O Studienfachberater*innen haben zu Beginn ihrer Tätigkeit anhand eines Leitfadens zur Bestandsaufnahme die Beratungslandschaft ihrer Fakultät oder Abteilung beleuchtet. Der Leitfaden diente dazu, in Kontakt mit den anderen Berater*innen in den Fakultäten zu treten sowie Lücken und nicht ausreichend bediente Bedarfe im Beratungsangebot aufzudecken und mit den eigenen Beratungsangeboten genau dort anzusetzen.
Die B+O Studienfachberater*innen haben sich intensiv damit auseinandergesetzt, nach welchen Leitlinien sie ihre Beratungstätigkeit ausrichten möchten. In einem diskursiven Prozess sind die Leitlinien für die Studienfachberatung im Programm richtig einsteigen. entstanden, die sich unter anderem an den professionellen Standards der Berufsverbände (GIBeT, nfb, IVSBB) orientieren.
In einem mehrschrittigen Entstehungsprozess unter Einbezug externer Expertise durch Leiter*innen von Zentralen Studienberatungen ist das Raster des Beratungskonzepts entstanden. Das Beratungskonzept ermöglicht eine grundlegende Verortung und Reflexion der eigenen Beratungstätigkeit und ist somit ein wichtiger Baustein der Qualitätssicherung.
Die Tätigkeit innerhalb der Studienfachberatungen ist von Fakultät zu Fakultät unterschiedlich aufgestellt. Es kann immer wieder zu personellen Wechseln kommen. Um der personellen Fluktuation Rechnung zu tragen und „neuen“ B+O Studienfachberater*innen einen möglichst reibungslosen Einstieg zu ermöglichen, wurden Dokumente für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen erarbeitet.