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    Erfahrungsberichte aus der Universität Bielefeld

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„Gegenseitige Unterstützung ist wichtig.“

Um den höheren Personalbedarf bei der Beaufsichtigung von digitalen Prüfungen abzudecken, hat die Universität Bielefeld eine Vermittlung von Aufsichtspersonen ins Leben gerufen. Anja Deuchars, Sekretärin in der Fakultät für Physik, hat sich zur Verfügung gestellt. So kommt sie u.a. bei zwei Veranstaltungen der Fakultät für Soziologie zum Einsatz, für die Anna-Maria Roll, Referentin des Studiendekans, Unterstützung angefragt hat. Beide haben das gleiche Ziel: Lehrende bei der kurzfristig notwendigen Umstellung auf Onlineprüfungen zu entlasten und sicherzustellen, dass die für die Studierenden wichtige Veranstaltungen nicht verschoben werden müssen.

Warum haben Sie an der Vermittlung von Prüfungsaufsichtspersonen teilgenommen?

Deuchars: Ich habe durch die Mail des Kanzlers von der Aktion erfahren, Lehrende bei der Beaufsichtigungen von digitalen Prüfungen zu unterstützen und war von der Idee direkt begeistert. Ich arbeite als Sekretärin in der Fakultät für Physik und hier haben wir dieselbe Situation. Die Not ist überall groß im Moment, umso wichtiger finde ich es, dass wir uns gegenseitig unterstützen.

Roll: An der Fakultät für Soziologie werden Klausuren besonders im Bereich der Einführungsphase geschrieben. Somit waren für dieses Semester drei Closed-Book Klausuren geplant, eine davon mit rund 400 Studierenden. Um so viele Teilnehmer*innen online beaufsichtigen zu können, braucht es zwischen 30 bis 40 Personen. Da dies unmöglich innerhalb der Fakultät zu leisten war, haben wir die Unterstützung aus dem Pool dankbar angenommen.

Wie haben Sie die Vermittlung, Schulung und Durchführung der Prüfungsbeaufsichtigung erlebt?

Deuchars: Ich übernehme insgesamt vier Beaufsichtigungen von Prüfungen. Eine direkt aus meiner eigenen Fakultät, für die anderen drei habe ich mich vermitteln lassen. Die vier Prüfungen werden von vier verschiedenen Lehrenden organisiert und alle verfolgen ein anderes Konzept. So lerne ich mit vielen verschiedenen Techniken und Tools umzugehen. Die vorherige Schulung hat mir mit einigen wertvollen Tipps und Tricks geholfen, auch von den Fragen der anderen habe ich profitiert. In der Prüfungssituation selbst sind alle aufgeregt, die Studierenden genauso wie die Aufsichtspersonen, da helfen klare Ablaufpläne und eine Checkliste, was beachtet werden muss.

Roll: Die Schulungen und auch die Durchführung der Aufsicht hat gut funktioniert. Zunächst standen wir vor der Schwierigkeit, dass die zusätzlichen Aufsichtspersonen nicht die notwendigen Identitätskontrollen durchführen dürfen. Das haben wir gelöst, indem Tandems gebildet wurden. So konnten prüfungsberechtigte und Kolleg*innen im Team beaufsichtigen. Gleichzeitig wurde über das Tandem sichergestellt, dass auch keiner bei Problemen alleine war, z.B. blieb bei Verbindungsproblemen immer mindestens eine Person als Host für die Studierenden ansprechbar. 

Welche Erfahrung haben Sie persönlich aus der Aktion mitgenommen?

Deuchars: Obwohl ich viel IT-Erfahrung mitbringe, habe ich durch die Prüfungsaufsichten dazugelernt. Mit jeder Prüfungsaufsicht wird man routinierter. Ich persönlich habe durch die Aktion zum Beispiel TeamChat 2.0 kennen- und schätzen gelernt, da es komplett verschlüsselt und viel einfacher zu bedienen ist. Mir hat es unglaublich viel Freude bereitet, mich einbringen zu können und werde mich auch weiter in dem Pool für Aufsichten zur Verfügung stellen. Auch ganz unabhängig von der Pandemie finde ich es für die Universität wichtig, dass Kolleg*innen über ihre eigentlichen Funktionen hinaus Informationen austauschen und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Wenn man sich als Team versteht, macht die Arbeit nicht nur mehr Spaß, es klappt auch einfach besser.

Roll: Ich finde es toll, dass sich so viele Kolleg*innen so kurzfristig darauf eingelassen haben, Lehrende bei der digitalen Aufsicht zu unterstützen. Neben dem Nachteil des hohen Personalbedarfes bei der Aufsicht von Online-Prüfungen sehe ich auch  Chancen im digitalen Format. Hierzu werden wir im Nachgang das Feedback der beteiligten Lehrenden und Studierenden auswerten.

Lehrende der Universität können weiterhin unter unibiunited@uni-bielefeld.de Unterstützung für die Beaufsichtigungen bei digitalen Prüfungen anfragen. Beschäftigte sind ebenfalls weiter eingeladen, sich bis 31. März als Prüfungsaufsicht zur Verfügung stellen. Mehr Informationen und das Formular für die Anmeldung finden Sie hier: https://www.uni-bielefeld.de/intern/themen/pruefungsaufsicht/