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Erfahrungsberichte

Die Erfahrungen der Mentees...

Ich sehe durch die Gespräche und Diskussionen bei movement auch sehr viel deutlicher genderspezifische Dinge, z.B. in puncto Selbstbewusstsein. Mir wird dadurch vieles klar. Ich reflektiere jetzt viel stärker meine Position, aber ohne Angst, sondern ich stelle mich jetzt Dingen.

(Doktorandin der Fakultät für Literaturwissenschaften und Linguistik)

Durch meine Teilnahme an movement habe ich bereits nach der ersten Laufzeithälfte das Gefühl, meinen Promotionsprozess mehr selbst steuern zu können. Und ich habe sehr viel weniger Sorge, wichtige Fakten nicht zu kennen.

(Doktorandin der Fakultät für Mathematik)
Die Erfahrungen der Mentor*innen...

Ich habe das aus dem Gleichstellungsgedanken heraus gemacht. Junge Frauen muss man bei der Uni-Karriere unterstützen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hart das ist. Promovieren dürfen Frauen heute, denn als Nachwuchs sind sie nett und hübsch. Aber sobald man zur ernsthaften Konkurrenz wird, wird der Wind ganz anders. Das wird dann schon ganz schön ätzend, es steigen viele Frauen aus, und zwar nicht nur wegen Familiengründung. Männer-Netzwerke sind sehr dominierend und haben etablierte Strukturen, ich finde es darum politisch wichtig, Frauen-Netzwerke zu bauen. Studenten wissen oft sehr genau, was sie wollen. Frauen sind oft genauso gut, nur zurückhaltender. Mir liegt es am Herzen, hier Unterstützung zu geben.

(Professorin, Geschichtswissenschaft)

Meine Mentee war super organisiert, hatte eine gute Selbständigkeit und war wahnsinnig gut vorbereitet . Was nicht hieß, dass sie immer alles wusste, sondern sie war sich auch sehr klar darüber, wo Unklarheiten waren/ worüber sie sprechen wollte/zwischen welchen Optionen sie schwankt. Sie konnte klar sagen, was sie wollte, das war ganz hervorragend, so konnten wir die Zeit optimal nutzen. Sie war sehr klar, dass sie an der Uni sein möchte und suchte nach geeigneten Wegen dafür. Dieser klare Wille zur Wissenschaft war eine gute Grundlage für die Verständigung.

(Professorin, Soziologie)
Wie kann eine Mentoring-Beziehung das Promotions-/ Habilitationsvorhaben unterstützen?

Die "unverbindliche Verbindlichkeit" des Mentorings ist sehr hilfreich. Durch die Treffen habe ich regelmäßige kleine Deadlines, zu denen ich mich jemandem von außen erklären muss, dass macht mir die Prozesse sehr bewusst, in denen ich stecke. Und ich bekomme Ratschläge von jemandem außerhalb unseres Lehrstuhls. Dadurch lerne ich eine bereichernde Außenperspektive kennen und befinde mich in keiner Abhängigkeit oder Verpflichtung. Niemand ist böse, wenn ich Ratschläge selbst bewerte und nicht einfach umsetze.

(Doktorandin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)

In meiner Mentorin habe ich eine Person gefunden, die mir Rückendeckung gibt und mir spezielle Einblicke in die wissenschaftliche Laufbahn ermöglicht, die man nur haben kann, wenn man den Weg selbst gegangen ist. Meine Mentoring-Beziehung hat mir geholfen, Probleme zu lösen, Wege zu finden und meine Mentorin bestärkt mich in dem, was ich tue.

(Doktorandin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften)
Warum habe ich an dem Programm teilgenommen?

Ich bin total froh, dass ich an movement teilnehme. Ich habe dadurch eine Festigung und Bestärkung erfahren und ich habe das Gefühl, mich auf dem richtigen Weg zu befinden. Außerdem habe ich neue Leute kennengelernt.

(Doktorandin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften)

Die Teilnahme an movement hat mich näher zu dem gebracht, was ich will, und zu begründen, warum ich was will. Wir sprechen aufgrund der Interdisziplinarität gezwungenermaßen nicht nur fachliche Dinge, sondern viel über Entscheidungen u.ä. Es ist schön, das mit anderen Doktorandinnen auf einer Ebene tun zu können. In meinem Freundeskreis habe ich nur zwei andere Promovendinnen, die meine Situation kennen und nachvollziehen können. Menschen, die nicht promovieren, gehen da schnell auf Distanz.

(Doktorandin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Was leistet die Peer-Gruppe eigentlich?

Ist gut, hilfreich und konstruktiv, man kommt hin und ist ganz verwirrt und geht nach Hause voller Motivation und Tatendrang; es hilft, eigene Fragestellungen zu explizieren; es gibt offenes Feedback auf die Plausibilität der eigenen Pläne und auf Probleme, die immer wieder auftauchen/ Feedback auf den eigenen Prozess, das man sonst nicht bekommt, hilft bei Selbstreflexion; praktische Tipps wie Links, Mailinglisten, Kuchenrezepte; emotionale Unterstützung; rel. fachliche Nähe ist gut; es ist ein Austausch auf sehr hohem Niveau mit Leuten aus ähnlichem Kontext: Sie wissen, wovon man redet.

(Doktorandin Soziologie)

Das Peer Mentoring finde ich unheimlich befreiend, weil ich sehe, dass ich in meiner Situation nicht alleine bin. Die Treffen sind darum wie Ausflüge, auch weil niemand dorthin kommt, um sich zu profilieren. Wir können gemeinsam überlegen: Was stört mich, warum stört es mich? und ist es überhaupt so schlimm, wenn es alle betrifft?

(Doktorandin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Warum habe ich mich für eine Mentee engagiert?

Ich bin viel im Bereich Gleichstellung aktiv und war schon häufiger Mentorin. Bei dieser Mentee hatte ich auch den Eindruck, hilfreich sein zu können. Ich hätte es mir früher selbst sehr gewünscht, so eine Mentorin gehabt zu haben. Ich will gern weitergeben, was für die Karriere einer jungen Wissenschaftlerin nützlich sein kann.

(Professorin (em.), Physik)

Ich denke, es ist wichtig, im Wissenschaftsbetrieb Strategien zu ersinnen und zu erproben, die Frauen in dieses Feld bringen. Hier wollte ich sehr gern einen Beitrag leisten. Und ich habe mich gefreut, dass eine Studentin sich für mich persönlich interessiert hat, ich fand es schön, so angesprochen zu werden.

(Professorin, Erziehungswissenschaft)