Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MKW) hat die Universität Bielefeld in diesem Jahr zum ersten Mal Fördermittel im Rahmen des Programms CURRICULUM 4.0.NRW vergeben. Ziel dieser Förderung ist es, Studiengänge und ihre Curricula im Hinblick auf die Anforderungen der Digitalisierung in Studium und Beruf weiterzuentwickeln.
Das Rektorat hat auf Grundlage der Einschätzung einer Gutachter*innengruppe bestehend aus sowohl internen als auch externen Mitgliedern verschiedener Statusgruppen die Fördermittel aus den Jahren 2020 & 2021 an die folgenden Projekte vergeben:
In dem geplanten Entwicklungsvorhaben steht die curriculare Verankerung von Data Literacy Skills im Pflichtmodul „Forschungsmethoden“ im Studiengang Erziehungswissenschaft im Vordergrund. Anliegen des Projektes ist es, Studierende und Absolvent*innen der Erziehungswissenschaft und des Lehramts für zunehmend datenbezogene Aufgaben und Anforderungen in pädagogischen Arbeitsfeldern (z.B. Bildungsmonitoring) zu qualifizieren. Zugleich besteht das Ziel, angehende Pädagog*innen für die Vermittlung von Datenkompetenzen und für den kritischen Umgang mit Daten in Bildungseinrichtungen zu befähigen. Im Rahmen des geplanten Vorhabens sollen hierzu Blended Learning-Formate mit Video-Tutorials und Selbstevaluationselementen im Bereich Data Literacy entwickelt und in die Hochschullehre implementiert werden. Insgesamt wird eine Ausweitung und Ausdifferenzierung der bestehenden forschungsmethodischen Ausbildung um Data Literacy-bezogene Themen- und Anwendungsfelder angestrebt.
Die Digitalisierung der Germanistik betrifft die Transformation sprach-, literatur- und kulturbezogener Prozesse. Im Rahmen der anstehenden Reakkreditierung des BA Germanistik soll ein entsprechender Kompetenzerwerb systematisch verankert werden. Für die Implementierung sind neben dem ‚Fachportal‘ das ‚Basismodul Literaturwissenschaft‘ und ein avisiertes Profilmodul ‚Digitalität in Kultur und Literatur‘ von großer Bedeutung. Im Gesamtcurriculum werden analoge und digitale Verfahren in ihrer wechselseitigen Fruchtbarkeit eingeführt und studentisch angewendet sowie Digitalität und Netzwerkcharakter von Literatur und Kultur reflektiert. Studierende erwerben so im Rahmen einer exploratorischen Lernkultur und durch die Nutzung von state of the art-Anwendungen nicht nur literaturhistorisches Domänenwissen, sondern auch data literacy-Kompetenzen, die auch in Gesellschafts- (citizenship) und Erwerbskontexten (employability) maßgeblich sind.