Inhalt:
Hochschulen sind zunehmend vielfältig und divers. Studierende kommen aus unterschiedlichen kulturellen und sozialen Kontexten an die Hochschulen und diversifizieren auf diese Weise die akademische Landschaft. Diese wiederum birgt in Bezug auf Diversität in sozialer und kultureller Hinsicht sowohl Inklusionschancen als auch Exklusionsrisiken. Das Konzept der habitussensiblen Hochschullehre versteht Hochschullehre als einen Begegnungsraum, in dem unterschiedliche Habitusformationen aufeinandertreffen, die es im Kontext akademischer Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse zu reflektieren gilt. Der Begriff des Habitus stammt vom französischen Soziologen Pierre Bourdieu, der damit milieu- bzw. klassenspezifische Verhaltensweisen (vom Kleidungsstil über die sprachliche Artikulationsweise bis hin zum persönlichen Geschmack) bezeichnet. Demnach ist nicht nur das individuelle Auftreten von Personen von ihrer sozialen Herkunft abhängig, auch Lehr- und wissenschaftliche Arbeitsstrategien bilden sich in Abhängigkeit vom sozialen Habitus aus. Bei Referaten zu brillieren oder weniger erfolgreich zu sein, ist beispielsweise durchaus milieuabhängig und nicht zwingend Nachweis guter bzw. schlechter Leistung. Zu den Zielen habitussensibler Lehre gehört das Ausloten inklusiver Lehrstrategien sowie die Reflexion des Exklusionspotenzials akademischer Lehre. Der Workshop zielt auf eine Einführung in das Konzept der Habitussensibilität im Kontext der Hochschullehre ab. Dabei werden fachliche Inputs zum Konzept mit praktischen Übungen zur habitussensiblen Gestaltung der eigenen Lehrpraxis verbunden. Dabei soll es auch um die Inklusionspotentiale in Bezug auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre gehen.
Methoden & Arbeitsformen:
Lernziele:
Workshoptrainer*innen:
Der Workshop wird von Juniorprof.‘in Dr. Tine Haubner (Fakultät für Gesundheitswissenschaften) organisiert. Tine Haubner ist Soziologin und forscht schwerpunktmäßig zu Arbeit, Wohlfahrt und sozialer Ungleichheit. In ihrer Lehrpraxis möchte sie gern einen Beitrag zu einer habitussensiblen Lehre leisten und diese auch an der Universität Bielefeld bekannter machen.
Der Workshop wird daneben von zwei Fachreferenten bereichert.
Dr. David Kergel ist Professor für Soziale Arbeit an der und hat zahlreiche Publikationen zu Bildung, Diversität und Digitalisierung veröffentlicht.
Andreas Kemper ist freischaffender Soziologe und arbeitet seit vielen Jahren unter anderem zu Klassismus und der Bildungsbenachteiligung von Studierenden aus Nicht-Akademikerhaushalten.
Zielgruppe:
Dieses Angebot richtet sich an Lehrende der Universität Bielefeld und an Teilnehmende des Qualifizierungsprogamms "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule".
Diese Veranstaltung wird im Zertifikat "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule" mit 5 AE für das Erweiterungsmodul (II) im Themenfeld Lehren & Lernen (4) angerechnet.
Anmeldungen bitte bis zum 08. Juli 2025.