• Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZG)

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Profil

Das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung (IZG) an der Universität Bielefeld ist eines der ersten Zentren im deutschsprachigen Raum, das Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in den Mittelpunkt seiner Forschungen gestellt hat. Lange vor der allgemeinen Hinwendung zu Interdisziplinarität wurde hier die Relevanz von Geschlecht aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven untersucht. Das Zentrum hat damit wesentlich zur Anerkennung der Geschlechterforschung als zukunftsweisender Wissenschaft und als Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz beigetragen. Seit seiner Gründung 1980 hat sich das Zentrum zu einer national und international viel beachteten Einrichtung entwickelt und es ist zum Modell für die Einrichtung zahlreicher anderer Zentren der Geschlechterforschung geworden.

Die Aktivitäten des Zentrums richten sich auf die Akzentuierung, Förderung und Durchführung von Geschlechterforschung in einer interdisziplinären Perspektive. Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sind dabei ebenso Thema wie Differenzen innerhalb der Geschlechtergruppen.

Das Zentrum initiiert Forschungsaktivitäten, fördert Kontakte zwischen Forschenden und unterstützt den interdisziplinären Austausch innerhalb der Geschlechterforschung. Es führt eigene Forschungsprojekte durch und arbeitet mit Institutionen und Organisationen zusammen, die interessante Fragestellungen verfolgen und Kooperation für Arbeiten und Projekte suchen. Die Forschungsperspektive ist interdisziplinär angelegt und bietet Forscherinnen und Forschern aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen die Möglichkeit der Beteiligung.

Aufgaben des IZG sind die Unterstützung, Koordination und Weiterentwicklung von interdisziplinär ausgestalteter Geschlechterforschung; hierzu erbringt das IZG Dienstleistungen und führt in Kooperation mit Fakultäten Forschungsvorhaben durch.

Zu den Aufgaben des IZG gehören insbesondere:

  • Planung, Entwicklung und Durchführung von Forschungsprojekten und die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen
  • Koordination von Lehrangeboten auf dem Gebiet der Geschlechterforschung
  • Unterstützung von Studierenden, Wissenschaftler*innen bei der Planung und Durchführung von Arbeitsvorhaben
  • Organisation von Ringvorlesungen, Gastvorträgen, Kolloquien
  • Förderung von Kontakten und Kommunikation zwischen Geschlechterforscher*innen an der Universität sowie nationalen und internationalen Organisationen.

Dem IZG gehören Professor*innen, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeite*innen sowie Studierende an. Die Mitarbeit im IZG steht allen in der Geschlechterforschung engagierten Studierenden, Lehrenden und Forschenden offen.

Das IZG wird von einem Vorstand geleitet. Diesem gehören Professor*innen aus unterschiedlichen Fakultäten der Universität Bielefeld an. Ein wissenschaftlicher Beirat berät den Vorstand. Er wird für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt.

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an:

Prof. Dr. Marion Müller
Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung an der Universität Tübingen
 

Prof. Dr. Ina Kerner

Professorin für Dynamiken der Globalisierung und Leiterin des Seminars Politische Wissenschaft,
Institut für Kulturwissenschaft, Universität Koblenz-Landau
 

Prof. Dr. Eva Blome

Juniorprofessorin für Gender Studies, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG),
Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie an der Universität Greifswald
aktuell: Vertretungsprofessur an der Universität Hamburg

Das Zentrum ist auf eine Initiative von Wissenschaftlerinnen und Studentinnen vor allem aus den Fachbereichen Pädagogik, Soziologie, Literaturwissenschaft und Geschichte hin entstanden. Durch verschiedene Veranstaltungen, Hearings und andere Aktionen wurde 1980 die Einrichtung der Geschäftsstelle Frauenforschung finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung NRW sowie des Rektorats der Universität Bielefeld erreicht. Ihre Aufgabe bestand in der Vorbereitung eines „Universitätsschwerpunktes Frauenforschung“.

1982 wurde aus der Geschäftsstelle dann die „Interdisziplinäre Forschungsgruppe Frauenforschung (IFF)“, die zunächst auf vier Jahre eingerichtet wurde. Nach dieser ersten Erprobungsphase hat der Senat der Universität Bielefeld 1987 die dauerhafte Verankerung der IFF beschlossen.

1990 wurde die IFF vor dem Hintergrund eines neuen WissHG erneut begutachtet. Die funktionierende Arbeitsform mit der Mitarbeiterinnen-AG als zentralem beschlussfassendem Gremium musste dem Modell zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen angepasste werden. 1992 bestätigte der Senat der Universität Bielefeld die IFF als eigenständige Forschungseinrichtung unter Leitung eines professoralen Vorstands. Die Interdisziplinäre Forschungsgruppe Frauenforschung wurde nun zum Interdisziplinären Frauenforschungs-Zentrum.

2004 wurde das IFF umbenannt in Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung. 2016 wurde die Neuerrichtung des Zentrums unter dem Namen „Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZG)“ beschlossen.

Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung unterliegt das Zentrum einer regelmäßig stattfindenden Evaluation durch den Senat bzw. durch das Rektorat der Universität.

Ein Blick in die Geschichte