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Zen­tra­le An­lauf­stel­le Bar­rie­re­frei

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As­sis­tenz­hun­de

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Gut zu wis­sen:

As­sis­tenz­hun­de müs­sen be­son­de­re Re­geln be­fol­gen und ge­sund­heit­li­che An­for­de­run­gen er­fül­len. Sie dür­fen bei­spiels­wei­se nicht schnüf­feln oder Kon­takt zu an­de­ren Men­schen oder Hun­den auf­neh­men und müs­sen stän­dig an der Seite ihres*r Hal­ter*in blei­ben. 

Wenn Sie eine Mensch-​Assistenzhund-Gemeinschaft tref­fen, soll­ten Sie den Hund nicht an­spre­chen oder an­star­ren, ihn auch nicht un­ge­fragt an­fas­sen oder ihm den Weg ver­sper­ren. 

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Am be­kann­tes­ten ist si­cher der Blin­den­führ­hund, der sei­nem*r Hal­ter*in in ge­wis­sem Um­fang die Seh­kraft er­setzt. Es gibt je­doch noch viele wei­te­re spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te As­sis­tenz­hun­de, u.a.:

As­sis­tenz­hun­de für Le­bens­prak­ti­sche Fä­hig­kei­ten (LpF) füh­ren Tä­tig­kei­ten für mo­bi­li­täts­bein­träch­ti­ge Men­schen aus, z.B. Ge­gen­stän­de vom Boden auf­he­ben, Knöp­fe oder Licht­schal­ter be­tä­ti­gen, Türen öff­nen und schlie­ßen oder auch beim An- und Aus­klei­den hel­fen. 

PTBS-​Assistenzhunde kön­nen bei kom­ple­xer post­trau­ma­ti­scher Be­las­tungs­stö­rung zum Ein­satz kom­men und der*den Be­trof­fe­nen z.B. dabei un­ter­stüt­zen, Trigger-​Situationen zu ent­schär­fen, indem sie Flash­backs oder Dis­so­zia­tio­nen un­ter­bre­chen, ihre*n Hal­ter*in aus der Trigger-​Situation hin­aus an einen ru­hi­gen Ort füh­ren oder Not­fall­me­di­ka­men­te bei sich tra­gen. 

Epi­lep­sie­warn­hun­de war­nen ein paar Mi­nu­ten bevor ein fo­ka­ler An­fall auf­tritt, so dass der*die Hal­ter*in sich recht­zei­tig hin­set­zen und Stür­ze ver­mei­den kann. Ähn­lich agie­ren Schlag­an­fall­warn­hun­de, indem sie einen kom­men­den Schlag­an­fall recht­zei­tig an­zei­gen und Hilfe holen.

Au­tis­mus­hun­de un­ter­stüt­zen Men­schen aus dem Autismus-​Spektrum bei­spiels­wei­se bei der so­zia­len Teil­ha­be, z.B. be­ru­hi­gen sie bei Reiz­über­flu­tung, un­ter­bre­chen ste­reo­ty­pe Ver­hal­tens­wei­sen oder lin­dern Stress in so­zia­len Si­tua­tio­nen. 

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Aus­ge­bil­de­te As­sis­tenz­hun­de be­glei­ten Men­schen mit un­ter­schied­lichs­ten Be­hin­de­run­gen oder Er­kran­kun­gen dau­er­haft im All­tag sowie am Arbeits-​ oder Aus­bil­dungs­platz. Sie un­ter­stüt­zen ihre Hal­ter*innen bei der selbst­be­stimm­ten und ei­gen­stän­di­gen Teil­ha­be am ge­sell­schaft­li­chen Leben, indem sie be­hin­de­rungs­be­ding­te Nach­tei­le aus­glei­chen und Bar­rie­ren in der Um­welt ab­bau­en. Zu­sam­men bil­den Mensch und As­sis­tenz­hund ein Team, die so­ge­nann­te Mensch-​Assistenzhund-Gemeinschaft.

As­sis­tenz­hun­de am Ar­beits­platz

Aus­schließ­lich zer­ti­fi­zier­te As­sis­tenz­hun­de dür­fen ge­ne­rell über­all dort mit­ge­führt wer­den, wo sich Men­schen in Stra­ßen­klei­dung auf­hal­ten bzw. die für den all­ge­mei­nen Publikums-​ und Be­nut­zungs­ver­kehr ge­öff­net sind, so­fern dies für den*die Ei­gen­tü­mer*in keine un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge oder un­bil­li­ge Be­las­tung dar­stellt oder der As­sis­tenz­hund of­fen­sicht­lich un­ge­pflegt oder un­ge­sund ist. Im Re­gel­fall stel­len As­sis­tenz­hun­de kei­ner­lei medizinisch-​hygienisches Ri­si­ko dar.

Er­for­der­li­che Ver­sor­gungs­gän­ge (Gassi gehen) wäh­rend der Ar­beits­zeit gel­ten als Dienst­gän­ge. Be­schäf­tig­te in Tech­nik und Ver­wal­tung müs­sen sich dazu nicht aus der Zeit­er­fas­sung aus­stem­peln. 

 

Aus­bil­dung eines As­sis­tenz­hun­des

As­sis­tenz­hun­de durch­lau­fen eine ca. zwei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung, in der sie nicht nur das Aus­füh­ren in­di­vi­du­el­ler Hil­fe­leis­tun­gen er­ler­nen, son­dern auch hin­sicht­lich ihres Sozial-​ und Um­welt­ver­hal­tens und ihres Ge­hor­sams um­fas­send trai­niert wer­den. Auch die Hal­ter*innen wer­den ge­schult, z.B. zur art­ge­rech­ten Hal­tung ihres Hun­des und zu der ge­mein­sa­men Zu­sam­men­ar­beit im All­tag. Die Aus­bil­dung wird mit einer staat­li­chen Prü­fung ab­ge­schlos­sen. Dabei wird nicht nur der Hund ge­prüft, son­dern v.a. auch das Funk­tio­nie­ren der Mensch-​Assistenzhund-Gemeinschaft. 

Erst mit er­folg­reich be­stan­de­ner Prü­fung gilt der Hund als zer­ti­fi­zier­ter As­sis­tenz­hund und darf als sol­cher ge­kenn­zeich­net und mit­ge­führt wer­den.

Fa­mi­li­en­hun­de, die die glei­chen As­sis­tenz­leis­tun­gen er­brin­gen, aber keine Prü­fung ab­ge­legt haben, gel­ten recht­lich nicht als As­sis­tenz­hun­de! 

Die ak­tu­el­len Aus­bil­dungs­stan­dards von As­sis­tenz­hun­den sind in der As­sis­tenz­hun­de­ver­ord­nung As­sis­tenz­hun­de­ver­ord­nung (AH­undV) ver­öf­fent­licht.

Jede*r, der*die einen As­sis­tenz­hund aus­bil­den las­sen möch­te, soll­te sich gründ­lich über die Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten in­for­mie­ren. Ver­schie­de­ne Stif­tun­gen und Ver­ei­ne ste­hen als An­sprech­part­ner*innen zur Ver­fü­gung und ver­mit­teln teil­wei­se auch Trai­ner*innen. 

Fi­nan­zie­rung eines As­sis­tenz­hun­des

Die Kos­ten für die Aus­bil­dung eines As­sis­tenz­hun­des sind nicht zu un­ter­schät­zen. Je nach Aus­bil­dung kön­nen Kos­ten zwi­schen ca. 10.000 und 30.000 € auf die zu­künf­ti­gen Hal­ter*innen zu­kom­men. Bis­lang kön­nen die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen die Kos­ten für Blin­den­führ­hun­de über­neh­men, so­fern ein sol­cher As­sis­tenz­hund me­di­zi­nisch er­for­der­lich ist. Ent­spre­chend gilt der Blin­den­führ­hund als Hilfs­mit­tel. An­de­re As­sis­tenz­hun­de sind bis­lang nicht in den Hilfs­mit­tel­ka­ta­log der Kran­ken­kas­sen auf­ge­nom­men. 

Die Aus­bil­dungs­kos­ten für alle wei­te­ren As­sis­tenz­hun­de müs­sen pri­vat ge­tra­gen oder durch Spen­den oder Stif­tun­gen  (teil-)fi­nan­ziert wer­den. In Ein­zel­fäl­len kön­nen auch die Agen­tur für Ar­beit oder an­de­re Leis­tungs­trä­ger als Kos­ten­trä­ger im Rah­men der Ein­glie­de­rungs­hil­fe in Be­tracht kom­men. Be­trof­fe­ne soll­ten sich immer um­fas­send in­for­mie­ren und be­ra­ten las­sen. Dies be­deu­tet nicht, dass Kran­ken­kas­sen pau­schal die Kos­ten­über­nah­me eines an­de­ren As­sis­tenz­hun­des ab­leh­nen. Der Ein­zel­fall ist ent­schei­dend, eben­so wie ein ge­ge­be­nen­falls lan­ger Atem des*der An­trag­stel­len­den. 

As­sis­tenz­hun­de kön­nen nach kom­mu­na­ler Hun­de­steu­er­sat­zung (PDF) auf An­trag von der Hun­de­steu­er be­freit wer­den. In Bie­le­feld kön­nen nur die As­sis­tenz­hun­de steu­er­frei ge­hal­ten wer­den, die aus­schließ­lich zur Hilfe oder zum Schutz von blin­den, ge­hör­lo­sen oder sonst hilf­lo­sen Men­schen die­nen. Dazu zäh­len ins­be­son­de­re schwer­be­hin­der­te Men­schen mit den Merk­zei­chen B, BL, aG, H oder GL. Eine Steu­er­be­frei­ung kann immer nur für einen Hund ge­währt wer­den. Die­ser muss zu Be­ginn der Steu­er­be­frei­ung min­des­tens 12 Mo­na­te alt sein. 

Für jeden As­sis­tenz­hund muss eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wer­den. 

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