
Angehörige als Brückenakteur*innen in der medizinischen Versorgung erwachsener Menschen mit chronisch-neurologischen Erkrankungen
AnNeuro ist ein Promotionsprojekt im Rahmen des Medical & Clinician
Scientist Kollegs (MeCS) der Medizinischen Fakultät OWL der Universität
Bielefeld.
Das Projekt untersucht, welche Rollen und Funktionen Angehörige in der
medizinischen Versorgung von Menschen mit chronisch neurologischen
Erkrankungen übernehmen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die
Frage, was Angehörige konkret tun, sondern auch, unter welchen
strukturellen, kommunikativen und institutionellen Bedingungen solche
informellen Angehörigenrollen entstehen.
Chronisch-neurologische Erkrankungen können mit motorischen
kognitiven, kommunikativen und alltagsbezogenen Einschränkungen
einhergehen.
Dadurch entstehen häufig langfristige Unterstützungsbedarfe sowie
komplexe Versorgungspfade über verschiedene Sektoren hinweg –
etwa zwischen ambulanter Versorgung, Krankenhausbehandlung,
Rehabilitation, Pflege und sozialrechtlicher Unterstützung.
Ziel des Projekts ist es, Angehörige als informelle Mitakteur*innen
medizinischer Versorgung systematisch zu analysieren. Untersucht
wird, wie sie Kommunikation, Organisation, Entscheidungsprozesse
und Versorgungskontinuität mitgestalten und welche strukturellen
Bedingungen eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Patient*innen,
Angehörigen und medizinischem Fachpersonal fördern oder erschweren.
Menschen mit chronisch-neurologischen Erkrankungen sind im
Krankheitsverlauf häufig auf Unterstützung angewiesen.
Angehörige übernehmen in diesem Zusammenhang vielfältige
Aufgaben: Sie organisieren Termine, vermitteln Informationen,
unterstützen bei der Kommunikation mit medizinischem
Fachpersonal, begleiten Entscheidungsprozesse und tragen zur
Koordination unterschiedlicher Versorgungsangebote bei.
AnNeuro analysiert diese Beteiligungsformen aus einer
multiperspektivischen versorgungswissenschaftlichen Perspektive.
Dabei werden Angehörige nicht ausschließlich als private
Unterstützungsressource verstanden, sondern als informelle
Brückenakteur*innen, die zwischen Patient*innen, medizinischen
Professionen, Versorgungseinrichtungen und Alltagskontexten vermitteln.
Besonderes Interesse gilt der Frage, wie Angehörigenrollen in
komplexen Versorgungskonstellationen entstehen und stabilisiert
werden. Das Projekt nimmt daher auch Versorgungssituationen in
den Blick, in denen Angehörige nicht verfügbar sind, nicht einbezogen
werden oder Unterstützungsleistungen nicht selbstverständlich
vorausgesetzt werden können.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere:

Kristina Ottersbach
B.A. Soziologie,
M. Sc. Public Health
AG Sustainable Environmental Health Sciences
Medizinische Fakultät OWL,
Universität Bielefeld

Univ.-Prof.’in Dr. med. Claudia Hornberg
AG Sustainable Environmental Health Sciences
Medizinische Fakultät OWL,
Universität Bielefeld

Bente Uterhark
M.A. Bewegungs- und Sportwissenschaft
AG Sustainable Environmental Health Sciences
Medizinische Fakultät OWL,
Universität Bielefeld
Kristina Ottersbach
AG Sustainable Environmental Health Sciences
Medizinische Fakultät OWL | Universität Bielefeld
Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Gebäude/Raum: R4.3 (Konsequenz 41c, 33615 Bielefeld)
E-Mail: kristina.ottersbach@uni-bielefeld.de
Telefon: +49 521 106-67953