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  • Medizinische Fakul­tät OWL

    Grafik vom Innovationszentrum Campus Bielefeld
    © Universität Bielefeld

Verwendung von Gaze-Tracking zur besseren Diagnostik von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen mit Störungen der Intelligenzentwicklung (SIE)

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Dr.-Ing. Birte Richter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin AG 2 Medizinische Assistenzsysteme

Julian Leichert

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Projektlaufzeit

Startet Juni 2025

Kooperationspartner

Universitätsklinik für Inklusive Medizin, Frau Annika Gerdtommarkotten

GAZE-AID: Verbesserung der ADHS-Diagnose für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen

Logo GAZE-AID
© Universität Bielefeld

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen (IB) häufig übersehen oder falsch diagnostiziert. Herkömmliche Diagnosemethoden, wie Selbstberichte und externe Beurteilungen, sind in dieser Bevölkerungsgruppe oft unzuverlässig, da kognitive Einschränkungen, Kommunikationsbarrieren und überlappende Symptome mit anderen Erkrankungen die Diagnosestellung erschweren. Dadurch bleiben viele Betroffene undiagnostiziert oder erhalten eine unangemessene Behandlung, was zu erheblichen Herausforderungen im Alltag führt – insbesondere in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und soziale Interaktion. In vielen Fällen ist eine Übermedikation eine häufige Folge der Fehldiagnose, was das allgemeine Wohlbefinden zusätzlich beeinträchtigt.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, entwickelt GAZE-AID einen innovativen, technologiebasierten Ansatz zur ADHS-Diagnose. In Zusammenarbeit zwischen der Universitätsklinik für Inklusive Medizin und der AG Medizinische Assistenzsysteme zielt dieses Forschungsprojekt darauf ab, Blickverfolgungstechnologie in den diagnostischen Prozess zu integrieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden bietet die Blickverfolgung eine objektive und nicht-invasive Möglichkeit, Aufmerksamkeitsmuster und exekutive Funktionen zu messen, ohne auf verbale Kommunikation oder subjektive Beurteilungen angewiesen zu sein. Untersuchungen an Personen ohne IB haben bereits gezeigt, dass die Blickverfolgung die diagnostische Genauigkeit erheblich verbessert. GAZE-AID passt diesen Ansatz gezielt für Menschen mit IB an.

Unser Ziel ist es, ein diagnostisches Instrument zu entwickeln, das präzise, zugänglich und auf die Bedürfnisse von Menschen mit IB zugeschnitten ist. Durch eine verlässlichere Methode zur Beurteilung von ADHS-Symptomen kann GAZE-AID gezieltere Behandlungen ermöglichen, das Risiko einer Übermedikation verringern und letztlich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Langfristig könnte unsere Forschung den Weg für eine breitere Anwendung der Blickverfolgungstechnologie bei neurodevelopmentalen und psychiatrischen Störungen ebnen, wodurch die diagnostischen Standards und die individuelle Betreuung optimiert werden.

Mit GAZE-AID gehen wir einen Schritt in Richtung einer inklusiveren und genaueren ADHS-Diagnose, um sicherzustellen, dass Menschen mit IB die Unterstützung und Behandlung erhalten, die sie wirklich benötigen.

Agenten

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